Sonntag, 27. April 2008

Das Dach Neuseelands

Hi,

nach langer Zeit mal wieder ein Eintrag…

War die letzten Wochen eher mit Hausarbeiten für die Uni beschäftig und hab nicht so viel unternommen. Die letzte Woche hatte wir allerdings eine Woche lang frei weil hier der ANZAC-Tag war und da ungefähr die Hälfte des Semesters rum ist, hat die Uni die beweglichen Feiertage so gelegt das wir ne Woche frei hatten. Der ANZAC-Day ist der Jahrestag des ersten Einsatzes von neuseeländischen und australischen Soldaten im 1. Weltkrieg. Freitag sind wir mit 8 Leuten vom Tramping-Club Richtung Norden zum Mount Cook gefahren um den Mueller Hut zu besteigen. Der Mueller Hut ist ein Berg der direkt neben dem höchsten Berg Neuseelands (3750 Meter) angesiedelt ist und 1800 Meter hoch ist. Nach fünf Autostunden sind wir Freitagabend gegen 20 Uhr angekommen und haben unsere Zelte am Fuß des Berges aufgebaut. Die Nacht war trotz Schlafsack und Isomatte eisig und wir haben nicht viel schlafen können. Am nächsten morgen ging es dann um 9 Uhr morgens los. Beim Frühstück vor dem Start fragte mich einer wo denn meine Kohlenhydrate wären. Ich wusste erst gar nicht was er meinte, hatte ganz normal Brot und Obst mitgenommen. Doch schon am Anfang wurde mir klar worauf er hinaus wollte. Gleich der Beginn am Fuß der Berges war wahnsinnig steil. Und es standen sechs Stunden Aufstieg an bevor wir die Spitze des Mueller Hut erreichen sollten. Die Ausblicke auf dem Weg dort hin waren einmalig. Der Weg war mir für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu steil, aber ich wollte ja schließlich das Ziel erreichen und solange man nicht runter geguckt hat ging‘s…
Bis ich dann im letzten Drittel, nach ca. 4 Std. plötzlich nen Muskelkrampf im Oberschenkel bekam und das ausgerechnet am steilsten Stück des Anstieges wo man sich nicht mal eben kurz hinsetzten konnte. Der Krampf war leider ziemlich hartnäckig und so hatte ich die Wahl zwischen wieder absteigen oder das letzte Stück durchzuziehen was im Vergleich zum Rückweg „nur“ noch zwei Stunden waren. Nach sechs Stunden sind wir dann angekommen und der Ausblick war einfach traumhaft. Als ersten haben wir unsere Wasservorräte an der Hütte aufgefüllt wo man auch übernachten konnte, was aber zu teuer war. Wir begannen unsere Zelte aufzubauen da es bald dunkel werden würde und fingen an auf kleinen Gaskochern das Abendessen zuzubereiten. War sehr lustig da oben, die anderen haben mir von anderen Ausflügen mit dem Tramping Club erzählt und es gab neben dem Essen auch Wein, Bier und sogar schottischen Whiskey für den wir echtes Eis vom Berg aus Mangel an Eiswürfeln genutzt haben. Sehr cool;-) Sehr lustig war als plötzlich auf einem unserer Zelte ein Opossum saß was sich auf 1800 Meter Höhe verirrt hatte und das einzige Tier war das wir da oben gesehen haben.
Um 12 Uhr nachts sind wir dann alle, noch ziemlich fertig von den 6 Stunden Anstieg, in die Zelte zum schlafen gegangen, da wir schon um 6 Uhr Morgens wieder raus wollten um den Sonnenaufgang über Mount Cook anzusehen. Nachts sind wir dann andauernd von Lawinen wach geworden und am nächsten Tag konten wir sogar einige Lawinen live sehen. Die Nacht war ziemlich eisig da oben aber nicht so schlimm wie wir erwartet hatten. Wir sind zwar erst um 7 Uhr wach geworden aber hatten Glück, das sich die Sonne erst um kurz nach 7 über Mount Cook blicken lassen hat. Nach ausgiebigen Frühstück und bewundern des Sonnenaufganges haben wir uns dann auf den Abstieg gemacht der dann deutlich schneller ging. Waren nach 3 Stunden wieder am Ausgangspunkt und haben erstmal wieder den Gaskocher angeschmissen um was zu essen. Nach 5 stündiger Rückfahrt sind wie dann wieder in Dunedin angekommen und ich bin tot müde ins Bett gefallen. Dienstag gehts dann wieder in der Uni weiter. Der Endspurt bis zu den Klausuren...

Im Photoalbum findet ihr auch neue Bilder

Viele Grüße an alle

Dienstag, 1. April 2008

Neues vom anderen Ende der Welt

Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Jetzt ist schon April und wir haben nur noch 8 Wochen Unterricht bis die Abschlussprüfungen anstehen. Hab mittlerweile meine ersten Hausarbeiten fertig und heute meine erste Klausur hinter mich gebracht :-)
Aber ich hab seit meiner letzen Nachricht wieder einiges erlebt...

Das Wochenende vor Ostern waren wir am Tunnel Beach, ein Strand der nur durch einen im Felsen eingemeißelten Tunnel zu erreichen ist, welcher 1870 von John Cargill in Auftrag gegeben wurde um seiner Familie einen Privatstrand bieten zu können.
Über Ostern hatten wir dann vier Tage frei. Das Osterfest wird hier wie in Europa gefeiert (Kinder suchen Ostereier etc.) Da ich die Klausur noch vor mir hatte habe ich mich entschlossen in Gegensatz zu den anderen die keine Klausur hatten, ein nicht so weites Ziel auszusuchen und so bin ich mit dem Bus auf eine örtliche Halbinsel gefahren, die den Hafen vom Meer trennt. Ziel war der Sandfly Beach wo man, wenn man Glück hat, auf Pinguine und Robben stößt. Leider war zu meiner Überraschung die Haltestelle genau auf der falschen Seite und so durfte ich 7 km quer über die Halbinsel wandern. Dazu habe ich 3 Stunden gebraucht und ich war ziemlich fertig als ich ankam. Doch es hat sich gelohnt, die Landschaft auf dem Weg dort hin war traumhaft und ich kam genau mit Sonnenuntergang an was perfekt war, denn zum Sonnenuntergang kommen die Pinguine von ihrer Fischjagd aus dem Meer zurück und so sah ich Pinguine, Robben und Seelöwen, die gar nicht so scheu waren wie ich angenommen hatte. Die Robben hätte man wenn man gewollt hätte sogar anfassen können und auch an die Pinguine konnte man, wenn man sich ruhig verhalten hat, relativ nah ran.
Dort am Strand hab ich zum Glück ein paar Leute kennengelernt die in die gleiche Richtung wie ich zurück mussten und mich mitgenommen haben. Zuhause angekommen war ich ziemlich erschöpft und froh, dass ich nicht zurück wandern musste.
Letzen Samstag waren wir mit ein paar Leuten am Hafen. Die Rainbow Warrior, eines der Schiffe von Greenpeace macht zurzeit eine Tour entlang der neuseeländischen Küste. Da man nicht alt so oft die Chance hat sind wir natürlich hin und hatten das Glück das bei der letzten Besichtigungstour für diesen Tag noch wenige Plätze frei waren und so wurden wir 40 Minuten auf dem Schiff rum geführt. Die haben sogar Franzosen aufs Schiff gelassen und das obwohl der Vorgänger des Schiffs vom französischen Geheimdienst versenkt worden ist ;-)

Soweit erst mal

Hier läuft übrigens gerade der Sommerschlussverkauf auf Hochtouren, denn leider neigt sich der Sommer hier dem Ende zu obwohl ich echt Glück hatte da es, dafür das hier Herbst ist, immer noch so warm ist, dass man mit kurzen Klamotten rum laufen kann.